Zurückgekehrt

3. November 2015

Lange Zeit befanden sich Christian Schads Porträts „Ruth Freifrau Gorup von Besanez“ und „Josef Kurt Freiherr Gorup von Besanez“ in Familienbesitz. Doch dank einer privaten Schenkung zählen die beiden Ölgemälde seit Juni 2015 zu der Sammlung der städtischen Museen Aschaffenburg. Somit ist das Ehepaar nach einigen Jahren der Abwesenheit wieder in die Öffentlichkeit zurückgekehrt.

Baron Gorup von Besanez gefiel das zuvor in der Zeitschrift Silberspiegel publizierte und von Christian Schad gemalte Porträt der Filmschauspielerin Kristina Söderbaum äußerst gut. Er beauftragte deshalb den Künstler, seine Frau Ruth auf Leinwand zu verewigen. Um dem Wunsch des Barons nachzukommen, reiste Christian Schad 1942 nach Aschaffenburg. So entstand innerhalb von drei Wochen und zu einem Honorar von 1200 RM das erste von Schad in Aschaffenburg gefertigte Bild. Im Hintergrund sind das Schloss Johannisburg und die Stiftskirche zu erkennen.

Ein Zettel auf der Rückseite des Gemäldes vermerkt, dass es zuletzt in der „Jesuitenkirche – Galerie der Stadt Aschaffenburg“ (heute „Kunsthalle Jesuitenkirche“) ausgestellt wurde. Dort konnte es vom 18. September bis zum 13. November 1994 in der Ausstellung „Christian Schad – Die späten Jahren 1942-1982“ bewundert werden. Solche schriftlichen Hinweise erzählen die Reise eines Objektes, weshalb sie als Dokument an diesem befestigt bleiben.

Restaurierungsarbeiten

Auf der Staffelei wartet Christian Schads Porträt der „Ruth Freifrau Gorup von Besanez“ auf seine weitere Behandlung. Foto: Anne Kraft (Museen der Stadt Aschaffenburg)

Auf der Staffelei wartet Christian Schads Porträt der „Ruth Freifrau Gorup von Besanez“ auf seine weitere Behandlung. Foto: Anne Kraft (Museen der Stadt Aschaffenburg)

Doch die Zeit hinterlässt ihre Spuren und auch Kunstwerke bleiben hiervon nicht verschont. Gerade Gemälde sind meist äußerst empfindlich. Auch Christian Schads Porträt „Ruth Freifrau Gorup von Besanez“ kam deshalb in die behutsamen Hände der Restauratorin Sabine Denecke.

Zentraler Aspekt ihrer Arbeit war hierbei vor allem die Abnahme von Oberflächenschmutz. Außerdem war die Leinwand an den Seiten eingedrückt. Ein solcher Schaden kann zum Beispiel durch häufiges Anfassen und Umhängen des Gemäldes entstehen. Die Restauratorin konnte diese Stellen glätten.

Da Kunstwerke sehr unterschiedliche Schadensbilder mit sich bringen, gibt es keine Standartvorgehensweise bei der Restaurierung. Jedes einzelne Objekt, so auch Schads Porträt, beansprucht auf Grund seiner individuellen Behandlung viele Stunden Arbeit.

Josef Kurt Freiherr Gorup von Besanez gefiel das Bild seiner Ehefrau offenbar so gut, dass er sich 1943 ebenfalls von Christian Schad porträtieren ließ. Auch dieses Werk kommt demnächst in die Werkstatt von Sabine Denecke. Danach wird das Ehepaar Gorup von Besanez bereit sein, den Besuchern des zukünftigen Christian-Schad-Museums präsentiert zu werden.

 

 

Zur Autorin

Leonie Budion, 18, absolviert zurzeit ein Praktikum bei den Museen der Stadt Aschaffenburg, um ihre Studienplanungen zu festigen.

 

Titelabbildungen

Deutlich setzt sich die noch verschmutzte Oberfläche vom bereits gereinigten Gemäldeteil ab. Foto: Anne Kraft (Museen der Stadt Aschaffenburg)

Sabine Denecke, die Restauratorin der Museen der Stadt Aschaffenburg, befreit behutsam das Gemälde vom Oberflächenschmutz. Foto: Anne Kraft (Museen der Stadt Aschaffenburg)

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Was gibt es hier zu lesen?

Wer ist Christian Schad? Warum gibt es das Christian Schad Museum in Aschaffenburg? Wo wird das Museum gebaut? Was wird dort ausgestellt? Wie wird es aussehen?

Viele Fragen tauchen auf, wenn ein neues Museum entsteht. Die Antworten darauf geben wir von den Museen der Stadt Aschaffenburg und bieten gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen.

Wer schreibt?

Hier schreibt, wenn nicht anders angegeben, Anne Kraft. Sie ist verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Museen der Stadt Aschaffenburg. Kontakt Anne Kraft

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