Im Zentrum der Epoche

Christian Schad zählt zu den bedeutenden deutschen Protagonisten der Moderne. Er gilt als Leitfigur der „Neuen Sachlichkeit“ der 1920er Jahre in Europa. Sein Schaffen reflektiert einen  großen Teil der bedeutenden Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts von „Dada“ und „Expressionismus“ bis hin zu den Experimenten in der Kunst nach 1945 („Magischer Realismus“). Seine Fotogramme oder „Schadographien“ (Fotografien ohne Kamera), die er in der Zeit nach dem I. Weltkrieg entwickelte und in den 1960er Jahren wieder aufgriff, begründen neben den „Ikonen“ der Neuen Sachlichkeit heute seinen Weltruhm.

Christian Schad stand sein Leben lang in Kontakt mit wichtigen Vertretern der Avantgarde, u. a. Walter Serner, Tristan Tzara, Francis Picabia, Alexander Archipenko und lebte in den künstlerischen Zentren der Epoche, Zürich, Genf, Wien, Rom , Paris und Berlin,… Sein Werk spiegelt diese vielfältigen Auseinandersetzungen wider und bietet so einen einzigartigen Zugang zur Kunst des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1942 lebte Schad für einige Monate in Aschaffenburg, um private und öffentliche Aufträge zu erledigen. Sein Berliner Atelier wurde in dieser Zeit im Bombenkrieg zerstört. Seine spätere Frau Bettina Mittelstädt rettete in einer spektakulären Aktion seine heute weltweit bekannten Gemälde und brachte sie nach Aschaffenburg. Aus der zunächst provisorischen Übergangssituation wurde ein vier Jahrzehnte währender Aufenthalt. Bettina und Christian Schad sind in Keilberg bei Aschaffenburg begraben, wo sie zuletzt lebten.