Detektivischer Spürsinn gefragt

15. August 2018

Heute berichtet Anna Karl M.A. über ihre Aufgabe, Abbildungen für das Christian Schad Museum zu recherchieren. Sie darf durchaus als „Detektivin“ bezeichnet werden:

Bildrecherche für das neue Museum

Im Juni 2019 wird das neue Christian Schad Museum eröffnet – die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Zurzeit entsteht neben der Ausstellungskonzeption auch eine Begleitpublikation. Sowohl für die Gestaltung und verschiedene Medienstationen in der Ausstellung als auch für die Publikation werden Abbildungen unterschiedlichster Art benötigt. Sie sollen als Illustration dienen, geschichtlichen Kontext erläutern, Einflüsse auf Christian Schad verdeutlichen, Zeitgenossen Schads einbinden sowie Vergleichsobjekte zeigen. Zum Beispiel illustriert in der Publikation eine Fotografie einer Frau, die ihren Kamin mit Geldscheinen befeuert, die Zeit der Inflation von 1923. In der Ausstellung selbst dienen großflächige Bilder wie eine Ansicht Roms vom Petersdom aus sowohl als Eye-Catcher und zur Blicklenkung als auch zur Veranschaulichung des geschichtlichen Hintergrunds, denn Christian Schad verbrachte beispielsweise nach 1920 prägende Jahre in Rom. Vertiefende Informationen und Vergleichsobjekte bieten Abbildungen wie „Simultane Visionen“ von Umberto Boccioni in den Medienstationen.

Seit März 2017 bin ich deshalb damit beschäftigt, geeignete Bilder zu finden und Reproduktionsgenehmigungen einzuholen, denn jede Abbildung muss unbedingt mit einem Copyrightnachweis versehen werden. Was sich zunächst recht einfach anhört, bedarf jedoch einiges an detektivischem Spürsinn und vor allem Geduld.

Allen Hinweisen folgen…

Als erstes musste ich mich in das Urheberrecht einarbeiten, was nicht immer leicht zu überblicken ist. Von Herrn Dr. Thomas Richter bekomme ich Listen mit konkreten Bildwünschen oder Ideen für Motive, die ich dann recherchiere. Gerne schaue ich mir zuerst die Modelle der einzelnen Ausstellungsräume an, um einen Eindruck davon zu bekommen, wo welche Bilder später zu sehen sein werden. Meine erste Anlaufstation bei der Suche ist das Internet. Dort kann ich mir einen Überblick verschaffen und Hinweise auf das gewünschte Bild finden, zum Beispiel in welchem Museum sich das Werk befindet oder welche Institution dieses Foto besitzt. Hier wird man jedoch häufig erst auf den zweiten oder dritten Blick fündig. Eine weitere Möglichkeit der Recherche ist natürlich der Gang in die Bibliothek, wo sich ebenfalls Hinweise auf Urheberrechte an Werken finden lassen. Bei der besitzenden Institution frage ich daraufhin nach digitalen Abbildungen sowie der Reproduktionsgenehmigung an. Aufwendig wird es, wenn die Rechte am Werk und der Fotografie getrennt liegen. Entspannter ist es, die Bilder direkt auf Fotoportalen zu bestellen. Hilfreich ist auch der Blick auf die Homepage der VG Bild-Kunst, die viele Künstler in Sachen Urheberrechte vertritt. Trotzdem funktioniert jede Bildbestellung anders und man muss sich oft neu einarbeiten. Zu beachten sind außerdem die Unterschiede in den Konditionen, beispielsweise bei Qualität und Preis der Abbildungen. Bestellte Bilder inklusive erteilte Reproduktionsgenehmigungen, Rechnungen sowie Email-Verkehr werden dann sowohl digital als auch analog abgelegt.

Die Bildrecherche erweitert auf jeden Fall den Horizont und weckt Neugier und Motivation ein Bild aufzuspüren. Außerdem ist es immer spannend, mit Menschen und Museen auf der ganzen Welt in Kontakt zu kommen.

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Was gibt es hier zu lesen?

Wer ist Christian Schad? Warum gibt es das Christian Schad Museum in Aschaffenburg? Wo wird das Museum gebaut? Was wird dort ausgestellt? Wie wird es aussehen?

Viele Fragen tauchen auf, wenn ein neues Museum entsteht. Die Antworten darauf geben wir von den Museen der Stadt Aschaffenburg und bieten gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen.

Wer schreibt?

Hier schreibt, wenn nicht anders angegeben, die Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Museen der Stadt Aschaffenburg. Ab Oktober 2018 ist es Natalie Ungar M.A, zuvor war es Anne Kraft M.A.

Kontakt

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